Eine ausführliche
Beschreibung dessen, was eine Gedcom-Datei aus unseren Familiendaten
macht.
GEDCOM ist die Abkürzung für Genealogical
Data Communication und ist ein Dateiformat, das die Inhalte
einer Familiedatei von den verschiedensten Genealogie-Programme gelesen
und verstanden werden kann.
Entwickelt wurde der GEDCOM-Standard von
der Kirche Jesus Christus der Heiligen Letzten Tage, den Mormonen, die
auch das Copyright besitzen. Obwohl es eigentlich als universell
einsetzbares Datei-Format für den Austausch von Daten der Mormonen
gedacht war, hat mittlerweile fast jedes Programm diese Funktion übernommen
und modifiziert. Und so kommt es, dass trotz aller Versprechungen und Vorsätze
es nicht unbedingt immer möglich ist, tatsächlich alle Daten von einem
zum anderen Programm zu übertragen.
Eine Gedcom-Datei besteht aus einer Reihe
von Textkürzeln, wobei jedes ein bestimmtes Teil der Familiendatei
beinhaltet. Die einzelnen Linien sind nummeriert.
Jeder Familienforscher sollte wissen, dass
nicht jedes Genealogie-Programm alle Abkürzungen beherrscht, vor allem
dann nicht, wenn diese Ereignisse selbst eingebunden wurden. Das bedeutet,
dass die entsprechenden Daten, die mit diesem Kürzel transportiert werden
sollen, ignoriert werden und verloren gehen.
Wenn eine GEDCOM-Datei importiert wird,
benutzt das Genealogie-Programm die oben erklärten Nummern und Abkürzungen,
um die Familiendatei mit allen verwandtschaftlichen Beziehungen wieder
herzustellen. Die Software liest die Zeilen-Nummern und Abkürzungen, und
versucht nun, die enthaltenen Informationen in den eigenen Feldern
abzulegen. Wenn die Software eine Abkürzung nicht erkennt,
ignoriert es die entsprechende Zeile oder plaziert sie in einem speziellen
Feld, von wo aus man sie später selbst verschieben kann.
Wenn Sie eine Gedcom-Datei mit dem
Wordprozessor öffnen, sehen Sie ein scheinbares Durcheinander, Zeile für
Zeile gefüllt mit Nummern, Abkürzungen und Daten-Bruchstücken.
Eine "0" am Zeilenanfang zeigt
an, dass hier eine neue Aufzeichnung beginnt. Das bedeutet, dass
Informationen so lange zu ein und derselben Person gehören, bis wieder
eine Zeile mit "0" beginnt.
Eine "1" am Zeilenanfang betrifft
immer ein Ereignis, und die Zeilen beginnen nachfolgend solange mit einer
"2", wie sich die Zeilen auf das letztgenannte Ereignis
beziehen.
Hinter jeder Nummer steht eine Abkürzung,
die den Datentyp der Zeile festlegt. HUSB für Ehemann, PLAC
für Ort, MARR für Trauung, usw. Diese Hinweise können auch aus
Zeichen bestehen (@S43@), die zu anderen Personen, Familien oder
Quellen in der Datei verweisen.
CONT bedeutet,
dass das Feld darüber mehr Text enthält als es aufnehmen kann. Es wird
an dieser Stelle fortgesetzt. SOUR zeigt an, an welcher Stelle die
Information abgelegt ist. In diesem Fall folgt ein Verweis auf
Quellen-Nummer 2. FAMS verweist auf einen Familienzusammenhang.
Später folgen in der Datei die
aufgelisteten Familien ( FAM ).
Hier zum Beispiel wird die Familie mit der
Nummer 107 angeführt vom Ehemann ( HUSB), dessen Personen-Nummer 302
ist, gefolgt von seiner Frau ( WIFE) deren
Personen-Nummer 303 ist und deren Kinder (CHIL), deren
Personen-Nummern aufgezählt werden. Ebenfalls enthalten sind die
Trauungsdaten ( MARRiage DATE):
0 @F107@ FAM
1 HUSB @I302@
1 WIFE @I303@
1 CHIL @I38@
1 CHIL @I316@
1 CHIL @I111@
1 CHIL @I109@
1 CHIL @I318@
1 CHIL @I36@
1 CHIL @I321@
1 MARR
2 DATE 17 DEC 1862
Soweit die wichtigsten Informationen über
eine Gedcom-Datei. Bedenken muss man dabei, dass eine Datei viele weitere
Informationen einschließt. All diese Informationen werden Zeile für
Zeile aufgelistet, meist zuerst die Personen, dann die Quellen, und schließlich
die Familien.
Wenn man sich intensiv genug damit beschäftigt,
kann man eine Gedcom-Datei nachträglich mit einem Textprogramm
bearbeiten.